Zum dritten Mal in der Coronazeit hat die SPD Gengenbach eine erfolgreiche Online Veranstaltung durchgeführt. 14 Personen nahmen trotz hochsommerlicher Temperaturen am frühen Abend des 25.6. an dem Vortrag: „Mit Wumms aus der Krise – Dr. Johannes Fechner MdB zum Konjunkturpaket“ teil. Andrea Ahlemeyer-Stubbe, die Organisatorin, freute sich darüber, dass neben Gengenbacher Bürger*innen auch Interessierte aus anderen Gemeinden in der Ortenau dieses Angebot wahrgenommen hatten.
Fundiert informierte Dr. Fechner über die wesentlichen Inhalte des am 29.6.2020 im Bundestag beschlossenen Konjunkturpaketes. Der SPD sei vor allem die Förderung von Familien wichtig. Man sehe, dass Familien und besonders Alleinerziehende stark belastet seien. Diese Belastung soll unter anderem durch den Kinderbonus und den Entlastungsbetrag abgefedert werden.
Wie die Corona-Krise wieder vor Augen geführt hat, sind Bildungs- und Betreungs-Einrichtungen für Familien mit Kindern extrem wichtig – vor allem die Kinder profitieren davon. Deshalb beschleunigt die Koalition Ausbaumaßnahmen dieser Einrichtungen in den Kommunen und stellt für 2020 und 2021 1 Mrd. Euro zusätzlich zu anderen Förderprogrammen dafür bereit. Inwieweit der gerade stattfindende Umbau des Kindergartens im Gengenbacher Ortsteil Schwaibach finanziell davon auch bezuschusst werden kann, wie ein Teilnehmer fragte, muss noch geprüft werden. Die Ausweitung des Digitalpakts Schule jedoch wird sicherlich auch in der Ortenau Wirkung zeigen. In Gengenbach wurde am Vorabend zum Beispiel der Status der Digitalisierung der Gengenbacher Schulen dem Gemeinderat vorgestellt. Durch die gute Vorarbeit der Rektoren wurde schon viel erreicht. Doch es wurde deutlich, dass der Weg noch weit und jeder zusätzliche Euro für die Schulen gut angelegt ist.
Der größte Anteil der Corona-Hilfen ist, wie auch schon beim ersten Maßnahmenpaket (Unternehmenszuschüsse, Kurzarbeit, Überbrückungsdarlehen) auf Unternehmen und Arbeitnehmer ausgerichtet. Zusätzlich wird dieser Weg um kaufkraftstärkende Maßnahmen wie die Mehrwertsteuerreduktion und die Senkung der EEG-Umlage erweitert. Dadurch werde die Kaufkraft jedes einzelnen erhöht, mit dem Ziel, die Bürger*innen zu ermutigen, wieder mehr zu kaufen und so die Wirtschaft zu unterstützen. Unternehmen erhalten zudem die Möglichkeit, die aktuellen Verluste mit den Gewinnen der Vorjahre zu verrechnen.
Dr. Fechner liegen die Kommunen besonders am Herzen. Sie seien für ihn Motor für den Wirtschaftsaufschwung und vor allem Garant für gute Betreuungs- und Bildungs-einrichtungen. Als Schulträger gestalten sie die Lernumgebung unserer Kinder.
Nun führt aktuell die Corona-Krise zu geringeren Gewerbesteuer-Einnahmen, entfallenen Gebühren und Entgelten (z. B. für die Kindergärten) und vermehrter Inanspruchnahme von Wohngeld und Grundsicherung.
Wenn dadurch jetzt den Gemeinden die wirtschaftliche Grundlage entzogen wird, sind zukunftstragende Projekte - wie z. B. in Gengenbach die Sanierung des Marta Schanzenbach Gymnasiums oder die in den nächsten Jahren anstehenden Arbeiten an der Grundschule - nicht mehr finanzierbar. Das schwäche die Kommunen zusätzlich und dazu die lokale Wirtschaft, da ein verlässlicher Auftraggeber wegfällt. Deshalb sei es der SPD wichtig, dass auch die finanziellen Einbußen der Gemeinden abgefangen werden. Dazu stehen ca. 10 Mrd. Euro im aktuellen Konjunkturpaket bereit.
Anschließend hatte die Teilnehmerrunde Gelegenheit, sich mit Dr. Fechner über das Konjunkturpaket, über die aktuelle europäische Wirtschaftspolitik und Fragen zu außenpolitischen und sicherheitspolitischen Themen auszutauschen. Andrea Ahlemeyer-Stubbe kommentierte: „Ein rundum guter Abend – unser Konzept kommt an.“
Um die 20 Teilnehmer*innen konnte die 2. Online-Veranstaltung des SPD Ortsvereins Gengenbach
am 22. Mai verzeichnen – einem Webinar mit Daniel Born, MdL und wohnungspolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, zum Thema „Zusammenhalt & Zuhause - Wohnungsbau in Baden Württemberg“.
„Wohnen ist ein Menschenrecht und bezahlbarer Wohnraum ist Daseinsvorsorge.“, so Daniel Born.
Der massive Druck auf den Wohnungsmarkt (in Baden-Württemberg fehlen 140.000 Wohungen) führt jedoch zu steigenden Mieten und hohen Grundstückspreisen. Die hohe finanzielle Belastung ist Ursache dafür, dass Kinderwünsche herausgeschoben werden und die Wohnsituation sich für viele nicht an die Lebenssituation anpassen lässt. Letztendlich gibt es dadurch auch Schwierigkeiten, Fachkräfte zu finden. Auch dringend benötigte barrierefreie und behindertengerechte Wohnungen
bleiben auf der Strecke.
Deshalb forderte Daniel Born, die LBO zu „entschlacken“ und bürokratische Hemmnisse und komplexe Genehmigungsverfahren zu vereinfachen.
Mit dazu beitragen kann die Landesentwicklungsgesellschaft (LEG), die sich die Entwicklung von sozialem Wohnungsbau und die Schaffung von erschwinglichen Wohnungen für Familien auf landeseigenen Flächen zum Ziel gesetzt hat. Die LEG ist Kooperationspartnerin für Kreise, Gemeinden und kleinere städtische Wohnungsbau-Gesellschaften/Genossenschaften. Sie finanziert neubaurelevante Flächen vor, wirkt dadurch preisdämpfend. Und sie unterstützt die Entwicklung interkommunaler und regionaler Kooperationen zum Wohnungsbau.
Weitere Lösungsmöglichkeiten sah Daniel Born darin, flächendeckend das Instrument der Zweckentfremdungsverbote stärker zu nutzen. Verhindert werden müsse, dass Wohnungen in Stadtzentren zu Ferienwohnungen und Wohngebiete in Gewerbeflächen umgewandelt werden.
Auch unverhältnismäßigen Wohnungsleerstand soll aktiv angegangen werden. Brachflächen könnten durch die Einführung der Grundsteuer C steuerlich stärker belastet, verdichteter Wohnungsbau steuerlich attraktiver gestaltet werden. Auch in Gengenbach finden sich „Baulücken“, die geschlossen werden könnten – einige davon mit Mehrfamilienhäusern, die der Wohnungsnot wirkungsvoller entgegenwirken als Siedlungen mit 1-Familien-Häusern.
Einig war sich Daniel Born mit den Teilnehmer*innen, dass der Wohnungsbau nicht allen dem freien Markt überlassen werden kann. Mehr Förderung durch den Bund, wie das Förderprogramm „Soziale Stadt“ sind nötig. Fördermittel, die die Kommunen auch abrufen müssen. Vor allem brauchen die Kommunen mehr Steuerungsmöglichkeiten für den Wohnungsbau vor Ort. Wo Bedarf bestehe,
sollte auch die Einführung von Gesellschaften geprüft werden, die als Vermittler zwischen Eigentümer*innen und Mieter*innen agieren.
„Besonders interessant war für mich die Anregung, bei Grundstücksverkäufen nicht immer den Höchstpreis sondern das von Interessenten vorgelegte Konzept als Vergabekriterium anzulegen.“
erklärte Andrea Ahlemeyer-Stubbe. „Das würde auch in Gengenbach helfen, durch gutes Quartiersmanagement das Altwerden im eigenen Zuhause und noch mehr bürgerliches Engagement zu ermöglichen.“
Nicht erst seit der Corona-Pandemie ist das Gesundheitswesen für die SPD ein zentraler Baustein der Daseinsvorsorge", so Karl-Rainer Kopf, Vorsitzender der SPD Ortenau. In den letzten Jahren hat der Ortenaukreis intensive Anstrengungen für eine Reform unternommen.
"Die herausragenden Leistungen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zeigen, dass eine hoch motivierte Mannschaft in unseren Häusern arbeitet. Damit diese Motivation hoch bleibt, müssen diese Kräfte noch deutlich stärker als bisher beteiligt und eingebunden werden", erklärt Kopf. Neben einer grundsätzlichen Überarbeitung der Entlohnung insbesondere für das Pflegepersonal war das Signal einer Sonderzulage wichtig: "Die SPD Fraktion hat sich für die dreimonatige Auszahlung im Kreistag stark gemacht und setzt jetzt auf eine gute Umsetzung nach den Gesprächen zwischen Personalrat und Geschäftsleitung."
Literaturwettbewerb „Marta Schanzenbach“ gestartet
Die SPD Gengenbach veranstaltet anlässlich ihres 120jährigen Bestehens und zu Ehren der Gengenbacherin Marta Schanzenbach einen Literaturwettbewerb zum Thema „Ehrenamtliche Tätigkeit“. Der Wettbewerb, unterstützt von der SPD Bundeszentrale, startet am 18. Mai und endet am 31. Juli 2020. Die Preisverleihung findet im folgenden Oktober statt.
Marta Schanzenbach, am 7. Februar 1907 geboren, am 3. Juni 1997 gestorben, gehörte von 1949 bis 1972 dem Deutschen Bundestag an. Von 1949 bis 1969 arbeitete sie als stellvertretende Vorsitzende des Bundesausschusses für Familien- und Jugendfragen maßgeblich an Fördermaßnahmen wie das BAföG mit. Sie war die erste Frau im Bundesvorstand und im Präsidium der SPD. 1945 gründete sie in Gengenbach mit Helfer die AWO und die SPD wieder.
Neben ihrer politischen Arbeit begleitete die ausgebildete Fürsorgerin, was heute mit dem Beruf einer Sozialarbeiterin vergleichbar ist, 30 Jahre lang als Vorsitzende die AWO Südbaden und 20 Jahre lang als stellvertretende Vorsitzende die AWO auf Bundesebene. Zeit ihres Lebens setzte sie sich für Familienförderung, Gleichberechtigung, Chancengleichheit, vor allem in der Bildung, sowie Grundversorgung von Bedürftigen und Förderung des Ehrenamts ein. Der Gengenbacher Ehrenbürgerin sind in der Reichstadt ein Gymnasium und eine Straße gewidmet.
Mit dem Thema „Ehrenamtliche Tätigkeit“ will der SPD Ortsverein, ganz im Sinne ihres berühmten Mitglieds, die Bedeutung von ehrenamtlichen Engagements in der heutigen Zeit unterstreichen. Ohne solche Tätigkeiten sind die Herausforderungen durch Zuwanderung, Corona und älter werdende Gesellschaft, einschließlich der daraus resultierenden gesellschaftlichen und sozialen Veränderungen, nicht zu bewältigen. Andrea Ahlemeyer-Stubbe, Vorsitzendes des Ortsvereins, ergänzt: „Gleichzeitig wollen wir mit dem Wettbewerb daran erinnern, dass besonders Frauen neben Beruf und Familie ehrenamtlich viel leisten.“
Am Literaturwettbewerb kann sich jeder beteiligen, eine Altersbeschränkung gibt es nicht. Interessierte können jeweils einen Prosa- sowie Lyriktext einreichen. Die Texte müssen sich auf ein Ehrenamt, auf eine einzelne Ehrentätigkeit oder auf die allgemeine Relevanz, Anerkennung beziehungsweise Nichtbeachtung von einem oder mehreren Ehrenengagements beziehen. Der Umfang liegt bei 5.000 Zeichen. Die Auszeichnung der Preisträger findet im Oktober in Gegenbach im Rahmen eines Festaktes statt. Alle relevanten Texte werden in einem Kompendium veröffentlicht. Weitere Informationen unter: www.spdgengenbach.de.